
So bleibt das charakteristische Drahthaar in Black and Tan immer leuchtend, gesund und wetterfest – mit dem richtigen Hand-Trimmen.
Der Welsh Terrier hat ein besonderes Drahthaarfell, das sich ganz anders verhält als das Fell der meisten anderen Hunderassen. Das abgestorbene Deckhaar fällt nicht von selbst aus, sondern bleibt in den Haarfollikeln stecken – und genau hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen Trimmen und Scheren.
Beim Scheren wird das Haar nur an der Oberfläche gekürzt. Die abgestorbenen Wurzeln verbleiben in der Haut. Das Ergebnis: Juckreiz, stumpfe Farben und ein weiches, wattiges Fell, das weder Regen noch Schmutz abhält. Mit der Zeit verblasst das charakteristische Schwarz zu einem unschönen Grau-Rosa.
Beim Hand-Trimmen werden die reifen, abgestorbenen Haare mitsamt der Wurzel vorsichtig herausgezogen. So entsteht Platz für neues, kräftiges Haar mit voller Farbintensität. Das Fell bleibt drahtfest, schmutzabweisend und erfüllt seine natürliche Schutzfunktion – so wie es beim Welsh Terrier sein soll.
Für ein professionelles Trimm-Ergebnis brauchst du nicht viel – aber das Richtige. Mit dieser Grundausstattung bist du bestens gerüstet, um deinen Welsh Terrier selbst zu pflegen.
Das wichtigste Werkzeug. Das grobe Messer für den Körper, das feine für empfindlichere Partien. Zum Herauszupfen des reifen Deckhaars.
Schützen die Fingerkuppen und verbessern den Grip beim Zupfen mit den Fingern erheblich – besonders beim langen Arbeiten unverzichtbar.
Unverzichtbar für Bart, Beinbehang und Fahnung. Ein guter Metallkamm zeigt dir auch, ob noch Knoten in der Unterwolle versteckt sind.
Nur für kleinste Korrekturen an Übergängen einsetzen. Sparsam verwenden – zu häufiger Einsatz verändert die Fellstruktur auf Dauer.
Das Hand-Trimmen erfordert etwas Übung, aber mit einer klaren Struktur gelingt es auch Einsteigern. Arbeite systematisch von vorne nach hinten und von oben nach unten – so verlierst du keinen Bereich aus dem Blick.
Der gesamte Trimmprozess dauert je nach Erfahrung und Fell-Zustand zwischen ein und drei Stunden. Plane ausreichend Zeit ein – Ruhe überträgt sich auf den Hund.

Bevor du das erste Haar zupfst, sollte der Hund gründlich durchgebürstet sein. Löse alle Knoten in der Unterwolle – besonders hinter den Ohren, in den Achseln und am Bauch. Diese Bereiche verfilzen schnell und werden beim Trimmen leicht vergessen.
Ein wichtiger Grundsatz: Trimmen immer am trockenen, ungewaschenen Fell. Ein frisch gewaschener Hund hat ein glattes, glitschiges Fell – das Haar lässt sich kaum greifen. Das natürliche Hautfett gibt dem Haar genau den richtigen Grip für sauberes Zupfen.
Der Körper ist die größte Fläche und der Hauptteil der Arbeit. Beginne am Nacken und arbeite dich gleichmäßig über den Rücken, die Flanken und den Bauch bis zur Rute vor. Diese strukturierte Reihenfolge stellt sicher, dass du keine Bereiche aussparst und ein gleichmäßiges Ergebnis erzielst.
Halte mit einer Hand die Haut leicht gespannt. So ist das Zupfen für den Hund deutlich angenehmer und du hast besseren Zugriff auf das reife Haar.
Zupfe immer in der natürlichen Wuchsrichtung des Haares – nie dagegen. Das reduziert den Zug auf die Haut und verhindert unnötigen Stress für deinen Hund.
Löst sich das Haar leicht heraus? Dann ist es reif. Muss du stark ziehen, ist das Haar noch nicht bereit – in diesem Fall weitergehen und später zurückkehren.
Der Kopf ist das Herzstück des Welsh-Terrier-Looks. Hier zeigt sich die ganze Persönlichkeit des Hundes. Die Ohren werden sehr kurz und eng anliegend getrimmt – sie sollen klein und dreieckig wirken. Die Innenfläche der Ohren wird ebenfalls sauber getrimmt oder gerupft, damit keine Verfilzungen entstehen.
Der Bart – das sogenannte Furnishing – wird nicht getrimmt, sondern lediglich mit dem Metallkamm sorgfältig ausgebürstet und in Form gebracht. Er soll voll und buschig wirken.
Die Augenbrauen sind besonders charakteristisch: Sie sollten nach vorne stehen und den lebendig-kecken Ausdruck des Welshies unterstreichen – aber niemals so lang sein, dass sie die Sicht behindern.


Die Beine des Welsh Terriers werden bewusst anders behandelt als der Körper. Das Fell an den Beinen – das sogenannte Säulenhaar oder die Fahnung – soll voll und säulenförmig erscheinen. Hier wird nicht so kurz getrimmt wie am Rumpf.
Stattdessen wird das Beinbehang „ausgemistet": Einzelne überlange oder abstehende Haare werden herausgezupft, um eine gepflegte, symmetrische Form zu erhalten. Der Metallkamm hilft dabei, abstehende Haare sichtbar zu machen. Das Ergebnis soll kräftig und gepflegt wirken – wie vier gleichmäßige Säulen.
Die Trimm-Häufigkeit hängt von deiner gewählten Pflegemethode ab. Grundsätzlich gibt es zwei bewährte Ansätze – beide haben ihre Berechtigung, je nach Lebensalltag und persönlichem Geschmack.
Alle 8 bis 12 Wochen
Das gesamte Fell wird in einer Session recht kurz abgenommen und neu aufgebaut. Ideal, wenn du nur gelegentlich Zeit für intensivere Pflegesessions hast. Nachteil: Es gibt eine kurze Phase, in der der Hund eher kahl wirkt, bevor das neue Haar nachgewachsen ist.
Alle 3 bis 4 Wochen
Nur die jeweils längsten, reifsten Haare werden in kurzen Sessions gezupft. Das Fell befindet sich so dauerhaft in verschiedenen Wachstumsphasen – der Hund sieht immer topgepflegt aus, hat keine Nackthund-Phase und das Fell schützt ganzjährig optimal.
Intervall beim klassischen Komplett-Trimmen
Intervall beim Rolling Coat für konstant gepflegtes Fell
Typische Dauer einer vollständigen Trimm-Session
Der erste Versuch ist immer der schwierigste – aber mit diesen Tipps gelingt der Einstieg deutlich leichter. Trau dich, denn jede Erfahrung macht dich besser!
Arbeite in kurzen Etappen und zupfe lieber erst zu wenig als zu viel. Du kannst immer nachbessern – aber einmal zu kurz gezupftes Haar ist nicht mehr da. Besonders für junge Hunde ist das lange Stehen anstrengend; plane daher mehrere kurze Sessions statt einer langen.
Mach den Trimmtisch zum positiven Ort. Belohnungen vor, während und nach der Session sorgen dafür, dass dein Welshie die Pflege als Quality Time akzeptiert – nicht als Stress. Ein entspannter Hund ist viel leichter zu trimmen.
Reifes Haar lässt sich mit leichtem Zug und ohne Widerstand herausziehen. Es fühlt sich trocken, etwas brüchig und stumpf an – im Vergleich zum neuen, glänzenden Nachwuchs. Wenn du stark ziehen musst, ist das Haar noch nicht bereit.
Für Einsteiger lohnt sich ein Besuch bei einem erfahrenen Hundefriseur oder Welsh-Terrier-Züchter zum Zuschauen. Viele Griffe und Handkniffe lassen sich kaum in Worte fassen – einmal live sehen ist durch nichts zu ersetzen.
Behalte den Überblick mit dieser praktischen Zusammenfassung aller wichtigen Schritte und Hinweise – ideal zum Ausdrucken oder als Erinnerungsstütze für deine nächste Trimm-Session.
Welsh- Terrier richtig trimmen